ITE 2023.1; Edito zu: Franziskus – zehn Jahre Bischof von Rom
Ja, es sind schon bald zehn Jahre her, als ein frischgewählter Papst den Apostolischen Palast links liegen liess und sich stattdessen im Gästehaus Santa Marta einquartierte. Er trägt ein Brustkreuz aus Eisen und nicht aus Edelmetall. Und nicht zuletzt: Als erster Bischof von Rom trägt er den Namen des heiligen Franz von Assisi: Papst Franziskus.
Vieles hat man vom neuen Bischof von Rom erhofft und erwartet. Einen anderen Stil kann man gewiss feststellen. Mit einem geschenkten und gebrauchten Renault 4 kurvt er zwischen kugelsicheren Limousinen der Grossen in der Welt herum. Doch hat er auf grosse und schwierige Fragen unserer Zeit Antworten gefunden? Sicherlich: Zum Thema Kirche und Pädophilie hat Franziskus starke Worte geäussert. Und trotzdem hat die katholische Kirche diese (System-)Krise noch nicht überwunden.
Papst Franziskus ist Lateinamerikaner mit italienischen Wurzeln. In seiner Amtszeit ist er allerdings noch nicht nach Argentinien, seinem Geburtsland, gereist. Diese a-Ausgabe stellt Fragen und gibt einige Antworten. a1/2023 ist eine echte Kapuzinernummer. Die Brüder Paul Hinder, Mauro Jöri, Niklaus Kuster, Adrian Holderegger sowie ich, Adrian Müller, haben ihren franziskanisch-kapuzinischen Blick auf den Jesuiten-Papst Franziskus geworfen. Dankbar sind wir Thomas Wallimann und Odilo Noti für ihre weite und soziale Blickrichtung.
Gespannt sind wir auch auf den synodalen Prozess in Deutschland und seine Auswirkungen auf die römisch-katholische Kirche. Doch da sind wir im Moment noch am Kaffeesatz-Lesen. Diese a-Nummer zeigt aus unterschiedlichen Perspektiven, was in den letzten zehn Jahren unter Papst Franziskus aufgebrochen und realisiert worden ist. Papst Franziskus wünschen wir weitere gute Jahre, und dass er noch einiges, was er angerissen hat, zu einem guten Ende führen kann.